Manche Menschen scheinen für nichts mehr Zeit zu haben. Man sieht sie jeden Tag - die, die auf den Straßen riskant überholen um 5 km/h schneller fahren zu könnnen und dadurch ihr eigenes und das Leben der anderen auf´s Spiel setzen. Andere, die Sehenswürdigkeiten (seien sie von Menschenhand oder der Natur geschaffen) nur noch auf dem Display ihres Handys sehen, nämlich bei dem Versuch ein möglichst spontanes, aber dennoch gut positioniertes und ansehnliches Selfie zu schießen und anschließend direkt weiter gehen ohne auch nur irgendetwas von dem auf dem "Hey ich war hier"-Selfie Abgelichteten auf sich wirken zu lassen.
Warum sind so viele Menschen so eilig unterwegs, warum haben (oder viel eher nehmen) sich nur noch wenige wirklich Zeit für etwas? Sei es die zwei Minuten länger dauernde Autofahrt oder schöne Szenen der Natur. Haben wir uns wirklich schon so sehr an die Hektik des Alltags gewöhnt, dass wir selbst in unserer Freizeit schnell unterwegs sind? Aus Gewohnheit? Gerade bei den angesprochenen "Szenen der Natur" fällt es mir auf. Vor ein paar Tagen waren wir bei einem bekannten Wasserfall in Golling. Abgesehen von dem Wasserfall selbst, der über einen angelegten Wanderweg recht schnell zu erreichen ist, gibt es unterwegs viel Schönes zu entdecken und zu genießen. Ich für meinen Teil nehme mir bei solchen Ausflügen Zeit,
alles zu erkunden und zu betrachten. Da ich leidenschaftlich gerne fotografiere gibt es immer wieder Augenblicke, die ich mit meiner Kamera festhalten möchte. Am Wasserfall angekommen sieht man sie, die Entstehung des "Ich war hier"-Selfies. Die Leute kommen an, setzen ihr einstudiertes Lächeln auf, schießen ein paar Fotos mit dem Wasserfall im Rücken und verschwinden wieder. Dass der Weg weiter führt ist egal, hat man doch die "Hauptattraktion" schon gesehen, also schnell zurück zum Auto und ab zur nächsten Sensation, die man auf einem Selfie festhalten kann um sich in sozialen Netzwerken zu profilieren. Dabei ist ein Wasserfall wie ich finde weitaus mehr als nur ein schöner Anblick. Das Donnern der Wassermassen, die aus der Höhe auf die Steine treffen und das Rauschen des Baches (dem 80% der Besucher meinen Beobachtungen zufolge nicht einen müden Blick geopfert haben), der die Wassermassen zwischen Steinen und Hölzern den Berg hinunter trägt, fesselt mich. Ich habe mit meiner kleinen Familie eine ganze Weile dort verbracht und das Kommen und Gehen der Leute beobachtet, bis ich später eine günstige Stelle zum Fotografieren gefunden hatte. Wir haben das Prasseln des Wassers einige Zeit lang richtig genossen.
Da mir dieses Verhalten vermehrt auffällt, habe ich es zum Thema dieses Posts gemacht. Wie sieht es bei euch aus? Nehmt ihr euch Zeit, Dinge zu erkunden und auf euch wirken zu lassen? Tut es! Es ist schön, die Hektik des Alltags abzulegen und Kleinigkeiten in der Natur zu entdecken und ihre Energie zu spüren, an denen man ansonsten vorüber geht.
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Montag, 31. August 2015
Montag, 24. August 2015
wpP #2
Mal wieder Zeit finden zum schreiben, bzw. mal wieder Zeit nehmen! Man muss sich für die Dinge die man mag, einfach die Zeit nehmen, die man braucht! Das muss ich wohl noch etwas lernen...
Das Wochenende liegt schon wieder hinter mir, doch es war schön und erholsam. Ich habe endlich mal wieder Zeit zum Fotografieren gefunden, als wir samstags und sonntags im Wald und in Golling spazieren waren. Auch habe ich gemalt und ich muss sagen, ich finde immer mehr Gefallen in der Malerei. Mein erstes Bild ist fertig und ich kann nicht mal richtig beschreiben was es dastellt, es ist einfach entstanden. Das malen ist gut um einfach den Kopf frei zu bekommen und sich von seiner Kreativität leiten zu lassen. Samstag morgen habe ich meinen Tatentrang genutzt und an meinem Buch geschrieben, doch leider stellt mich das Leben immer wieder auf die Probe und mein PC hat schlapp gemacht, somit ist alles bisher geschriebene futsch. Doch das wird mich nicht aufhalten weiter zu machen und meinen Traum zu verwirklichen! Alles in allem war es ein schönes Wochenende mit meiner Freundin und unserem Kleinen.
Das Wochenende liegt schon wieder hinter mir, doch es war schön und erholsam. Ich habe endlich mal wieder Zeit zum Fotografieren gefunden, als wir samstags und sonntags im Wald und in Golling spazieren waren. Auch habe ich gemalt und ich muss sagen, ich finde immer mehr Gefallen in der Malerei. Mein erstes Bild ist fertig und ich kann nicht mal richtig beschreiben was es dastellt, es ist einfach entstanden. Das malen ist gut um einfach den Kopf frei zu bekommen und sich von seiner Kreativität leiten zu lassen. Samstag morgen habe ich meinen Tatentrang genutzt und an meinem Buch geschrieben, doch leider stellt mich das Leben immer wieder auf die Probe und mein PC hat schlapp gemacht, somit ist alles bisher geschriebene futsch. Doch das wird mich nicht aufhalten weiter zu machen und meinen Traum zu verwirklichen! Alles in allem war es ein schönes Wochenende mit meiner Freundin und unserem Kleinen.
Dienstag, 18. August 2015
Gute Leistung wird "belohnt"?
Zeit ist Geld! Fragt sich nur wer profitiert davon? Durch meinen Beruf als Industriemechaniker habe ich bereits in verschiedenen Firmen gearbeitet, eine Sache ist dabei immer gleich: In der Industrie/Produktion ist Zeit Geld! Mein jetziger Job zeigt das sehr deutlich, doch für wen springt bei gehobenem Arbeitstempo am meisten raus? Viele Firmen haben schon gewisse Systeme etabliert, um ihre Mitarbeiter zu motivieren und die Produktionsgeschwindigkeit (und somit automatisch den Gewinn) zu erhöhen. Allerdings gibt es immer noch verhältnismäßig mehr Firmen, die Motivationen wie Gewinnbeteiligung und Bonuszahlungen nicht nutzen. Doch auch in diesen Firmen wird ein hohes Arbeitstempo sowie auch hohe Produktqualität gefordert. Die Firma, in der ich zur Zeit arbeite ist eine der letzteren. Zum Nachdenken wurde ich letzte Woche animiert. Waren wir die letzten Moante voll ausgelastet und überflutet mit Aufträgen aus aller Welt, so war in dieser einen Woche ein "Loch", wir nutzten die Möglichekeit natürlich und produzierten für die nächste "Auftragswelle", die spätestens im Herbst wieder eintritt, vor. Auf meinen Kommentar zum Produktionsleiter, dass wir die nächsten Aufträge ja nur noch verpacken und absenden müssten, bekam ich folgende Antwort: "Bist du verrückt, die lassen wir mindestens eine Woche hier fertig stehen, denn wenn wir die Aufträge direkt absenden erwartet der Chef, dass wir immer so schnell sind." Und es ist einfach eine Tatsache! Je schneller wir einen Auftrag erledigen, desto mehr wird uns in den Produktionsplan geschrieben. Dass wir nur so schnell waren, weil letzte Woche ausnahmsweise mehr Zeit war, spielt dabei keine Rolle. Dieses "Phänomen" habe ich auch schon bei anderen Firmen beobachtet, in denen ich angestellt war, nur habe ich mir da noch nicht wirktlich Gedanken darüber gemacht.Produzieren wir schneller, kann die Firma schneller mehr verkaufen und macht somit mehr Gewinn. Doch ich verdiene immer das Selbe, ganz egal ob ich zehn oder zwanzig Aufträge die Woche abarbeite. Das Plus sehen andere auf ihrem Konto!
Es ist als wäre man ein Affe, der die Aufgabe hat "Zauberwürfel" zu lösen. Er muss zehn Würfel in seiner Arbeitszeit von 6:00 - 16:00 Uhr lösen, dann darf er nach Hause - bis es am nächsten Tag von vorne los geht. Wenn der Affe sich denkt "Wenn ich die zehn Würfel in der Zeit von 6:00 - 12:00 Uhr schaffe, kann ich früher gehen. Und dann bekommt er um 12:00 Uhr einfach nochmal zehn Würfel hingestellt. Am nächsten Tag stehen von Anfang an zwanzig Würfel an seinem Platz, die es gilt zu lösen. Gute Leistung und hohes Tempo werden mit mehr Arbeit "belohnt".
Ersetzt man den Affen durch einen normalen Arbeiter in der Industrie und die Würfel durch x-beliebge Sachen, hat man den Arbeitsalltag von vielen Menschen in Produktionsfirmen.
Wie kann man sich mit diesem System zufrieden geben und einfach Tag für Tag weiter machen? Irgendwann hat man das Maximum erreicht, an dem einfach nicht mehr geht. Dann kann man sich mit Glück noch vom Chef (dem die Euros schon aus den Taschen hängen) anhören, dass sie keine Leistungssteigerung mehr wahrnehmen und das so nicht weiter gehen kann (mir persönlich schon so ergangen). Wer befürwortet solch einen Führungsstil, oder gibt sich still damit zufrieden und versucht nicht etwas daran zu ändern? Oder stellt sich die Frage "das kann doch nicht der Sinn meines Lebens sein?". Man sieht nur die wirtschaftlich gut dastehende Firma ohne zu hinterfragen, wer eigentlich dafür verantwortlich ist, dass eben diese Firma so gut läuft. Klar ist gutes Führungspersonal wichtig, aber die Posten die der Firma das Geld verdienen sind die, die in vielen Fällen nicht einmal dafür gelobt werden, dass sie gute Leistung zeigen, viel mehr das Gegenteil. Und warum macht man trotzdem weiter? Weil einem das Aussteigen aus dem System "mach deinen Job und renn im Hamsterrad" teilweise sehr schwer gemacht wird.
Das ist meine Sicht der Dinge, durch eigene Erfahrungen geprägt. Klar gibt es wie oben erwähnt auch Firmen, die es anders handhaben und auch Menschen in Führungspositionen, denen gute Arbeit auffällt und dies zu würdigen wissen. Vielleicht habe ich mich auch zu sehr zum "Freigeist" entwickelt um ein Leben, vertraglich an eine Firma gebunden, zu akzeptieren. Meine Zukunft sehe ich auf jedenfall anders.
"Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur." - Jean Paul
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